Laufbericht

2009 - Deutscher Feuerwehrlauf Cup

Seit 2005 versuche ich jedes Jahr möglichst viele Läufe zum Deutschen Feuerwehrlauf Cup (DFC) zu laufen. 2005, 2007, 2008 und 2009 konnte ich durch die Teilnahme an drei Veranstaltungen mit mehr oder weniger guten Ergebnissen in die Cup-Wertung gelangen.

2009 sollte sich auch hier etwas tun, was meine Leistungen angeht.

Jedes Jahr beginnt der Cup vor den Toren Frankfurts in Dreieich. Der dort bereits zum 10. Mal durchgeführte 10km Lauf über einen flachen Waldrundkurs ist inzwischen der schnellste Kurs des DFC. Daher gilt es hier, am 3. Wochenende im April, bereits früh eine ordentliche Form zu erreichen. Mein Ziel 2009 war es, erstmals die 3 10er unter 2 Stunden Gesamtlaufzeit zu schaffen. Da ich im Mai Marathon laufen wollte, war ich Trainingstechnisch auf einem Hochpunkt. Ich hoffte natürlich, dass auch umsetzen zu können.  

So ging es mit gemischten Gefühlen nach Dreieich. Ich hatte einen Monat vorher mit 39:01 eine gute u40 Zeit geschafft, aber heute sollte bisschen mehr drin sein. Also ging es an den Start. Ich hatte mir eine Zeit von 38:30 bis 38:45 vorgestellt. Minimum sollte u39 sein.
Bereits kurz nach dem Start war der Stevie in meiner Nähe und ich habe mich erstmal ganz fies an ihn drangehangen. Schon recht früh bemerkte ich, dass wir viel zu schnell unterwegs waren. Aber was soll man sagen, ich wollte den Stevie einfach nicht ziehen lassen. Also bin ich einfach an ihm drangeblieben. Zwischendrin hab ich
dann auch mal Führungsarbeit gemacht. Bei km 9 wollte ich dann erstmals versuchen, mich zu lösen, leider ohne größeren Erfolg, recht schnell war der Stevie wieder da. Aber weiter und erst 200m vor dem Ziel auf der Zielgeraden noch mal Gas gegeben. Auf den Fotos sieht man schön, wie ich verkrampft renne, während der Stevie hinter mir ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht hat. Bisschen gemein, aber was soll’s. Im Ziel dann der Blick auf die Uhr und die überwältigende Zeit von 37:34. Ich war überglücklich und zufrieden. Auch mein u2 Stunden Ziel schien greifbar.

Bei der Siegerehrung dann auch gemerkt, ich war gesamt 6. und 3. in meiner AK.

http://www.running-gunnar.de/attachments/Image/dfc/3eich.jpg
Einmal schneller als Stevie!

 Ende Juni kam dann, einen Monat nach meinem Marathon, der zweite Wettkampf. Im Spessart nach Michelbach Alzenau. Der profilierte Rundkurs stellt Erfahrungsgemäß die größte Hürde dar. Nach viel, viel Regeneration und sehr wenig wirklich wirksamem Training ging ich an den Start. Das Ziel sollte hier u40 sein, was zwar angesichts der Strecke nicht einfach, aber dennoch machbar erschien. Das Minimum-Ziel war eine Verbesserung der Vorjahreszeit (41:05 min).
Gleich am Start bin ich vorn mitgelaufen. Das warme Wetter und mein schlechtes Training waren aber recht schnell wirksam. Ich verlor recht schnell an Boden und meine Zeiten verabschiedeten sich schleunigst in den
Keller. Dann kam KM5, eine „Verpflegungsstelle“ sollte es hier für den durchnässten Läufer geben. Naja, was soll man da schon sagen, zwei Feuerwehr’ler standen an ihrem Auto rum und haben gerade recht blöd geschaut. Erst beim Vorbeilaufen konnte man erkennen, dass die Seitentür offenstand und innen im Fahrzeug Becher auf die Läufer warteten. Leider für mich zu spät. (Nachher hab ich gehört, dass es eh wieder nur „Tee“ gab, also gar nicht so schlimm!) Dann kam, ohne Erfrischung vorher, der zweite Anstieg. Ich kam hier noch einmal näher an den Stevie ran, konnte aber die Lücke nicht schließen. Dann hab ich mich auch noch an einer Mücke verschluckt. Ich musste hustend stehenbleiben und habe hier im Kopf aufgegeben. Also nur noch irgendwie zu Ende bringen. Dabei hätte ich mich fast noch verlaufen (trotz wirklich vorbildlicher Austrassierung der Strecke). Gott sei Dank hat der Läufer hinter mir mich darauf hingewiesen. Das hätte noch gefehlt. Dann ging es den letzten Stich runter und ich bin endlich über die Ziellinie gelaufen. Die Zeit von 41:14 ist wohl Aussage genug. Mein Ziel und mein Minimalziel verfehlt. Ich war nicht wirklich glücklich. Trotz . Platz gesamt 7. und 2.Platz in der AK.

http://www.running-gunnar.de/attachments/Image/dfc/miba.jpg
Gute Platzierung, aber sch**ß Lauf!

Der letzte Tag war dann der heimische Feuerwehrlauf in Ediger. Hier war meine Vorbereitung noch seltsamer als in Michelbach. Nach einem Krankenhausaufenthalt ohne Diagnose und anschließenden Arztbesuchen „ohne Befund“ war nur 10 Tage vor dem Wettkampf herausgekommen: Ich habe „nur“ einen Nerv im Rücken eingeklemmt. Da ich während der „ungewissen“ Zeit kaum gelaufen bin, dachte ich mir, lass es und mach weiter wie in den letzten Wochen. Da hatte ich mein Training auf Gelände- und Trailrunning beschränkt. Also nichts weiter gemacht, als Fun-Läufe im Wald.
Meine Zielvorgaben auf dem zweimal zu durchlaufenden Rundkurs waren entsprechend nüchtern. Der Plan, gesamt unter
2 Stunden zu bleiben, bestand ja weiter, also war mein Ziel eine Zeit unter 41:14. So wollte ich dieses Ziel erreichen.
Gleich am Start ging es zügig los, aber ich habe mich etwas zurückgehalten. Dann musste ich auch noch nach 500m stehenbleiben und einen Stein aus meiner Schuhsohle ziehen. Ab da lief’s aber sehr angenehm. Ich konnte die ersten Steigungen nutzen, um den ein oder anderen zu überholen und abzuschütteln. Bergab dann nochmal locker, um meine Knochen zu schonen, denn Kopfsteinpflaster bergab ist mir echt zu heikel, um Zeit rauszuholen. Dann kam noch der enge Abschnitt durch den Ort. Hier habe ich
nochmal Tempo gemacht. So konnte ich die erste Runde (6km) in einer sehr ordentlichen Zeit abschließen. Dann die zweite, kürzere Runde. Auch hier konnte ich in den Anstiegen nochmals das Tempo gut halten und so zwischen KM 8 und KM9 noch einmal 2 Läufer überholen. Kurz vor dem Ziel merkte ich dann, dass es zeitlich zwar knapp war, aber noch machbar den Lauf unter 40 min zu beenden. Also nochmal alles geben, konzentrieren, nicht stolpern und GAS GAS GAS.

Nun ja, 39:55 ist unter 40. Damit war das Ziel, unter 2 Stunden super erreicht, meine persönlichen Vorgaben waren weit übertroffen, was will man mehr? Ganz einfach, man will die schnellste Freiwillige Feuerwehr werden!!! Und auch das hat letztendlich mal geklappt. Nur die Berufsfeuerwehr Dortmund war in der Mannschaft bei allen Läufen zügiger unterwegs. In Ediger auch noch die BF Trier, aber die waren nicht bei allen Läufen am Start, also für die DFC Wertung nicht von Belang und außerdem eine BERUFSfeuerwehr. Bei den freiwilligen siegten wir dieses Mal ohne nennenswerte Konkurrenz, da die Läufer aus Ediger-Eller gerade in den schnelleren Reihen einige „Verluste“ hatten. So war von dieser Seite nicht wirklich eine Gefahr ausgegangen.

 

http://www.running-gunnar.de/attachments/Image/dfc/edscha.jpg

Der Blick drückt nicht ganz die gute Laune und das Top-Ergebnis aus, die ich hier empfunden habe.

Alles in allem mal wieder eine schöne DFC-Saison, auch wenn man das ein oder andere besser regeln könnte.
Mal schauen, ob ich es nächstes Jahr terminlich passt, dann bin ich wohl wieder dabei.

 

Homepage

Über mich

Laufberichte

Links

Kontakt

Gästebuch